Peru laesst mich irgendwie ratlos zurueck. Mag ich das Land, die Menschen? Im Sueden, den wir bereist haben, ist die Landschaft vielfaeltig: von den eindrucksvoll schroffen Anden mit ihren herausragenden Gipfeln, ueber wuestenartige Huegellandschaften, bis hin zum fruchtbar-saftiggruenen "Cloud-Forest", nicht zu vergessen der herrlich blaue, dem Meer zum Verwechseln aehnliche Titikaka-See. Vielleicht war es mir einfach zu bunt, zu viel. So wie die traditionellen Kleider der Peruaner. Es hat mich ueberrascht, wie viele Menschen tatsaechlich noch darin herum laufen. In den laendlichen Regionen kamen sie mir unendlich herzlich, dabei fast schon naiv vor, die Peruaner. Warum geschieht es dann in den Staedten, dass einem einfach ins Gesicht gelogen wird - und das nicht nur einmal und nicht bloss bei Kleinigkeiten?
Vielleicht, dachte ich, weil es so schwer ist, ein gut organisiertes Business aufzubauen, so gut, dass Touristen auch kaufen, wenn man ehrlich zu ihnen ist. Vielleicht, weil einfach alles zu schnell geht, "westliche Zivilisation" und die damit verbundenen Ansprueche nach Schnelligkeit, Effizienz und Logik ueber die Menschen rollen und sie angesichts dessen, wenn nicht ins Abseits, dann doch in die Kriminalitaet gedraengt werden. Nicht unbedingt Kriminalitaet im Sinne richtiger Brutalitaet, sondern die ganz kleine der Unehrlichkeit, der Abzocke. Vielleicht im weitesten Sinne, weil die Peruaner von ihren Wurzeln wie abgeschnitten scheinen.
Ob ich Peru und seine Leute mag ist vielleicht die falsche Frage. Es hat mich nachdenklich gestimmt. Wie waeren das Land und seine Peruaner wohl ohne Kolonialismus und ohne den mit dieser Epoche verbundenen Einfluss der katholischen Kirche?
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